Asunción!

Ich bin in der Hauptstadt Paraguays und das mittlerweile schon seit knapp zwei Wochen. Hätte ich gedacht dass ich je einen Fuß in dieses Land setzen würde, als ich mich mit den potentiellen Routen beschäftigt habe? Definitiv nicht! Die Chance dass Asunción in einem Lonely Planet gelistet wird schätze ich als relativ gering ein. Wieso? Wenn mich Einheimische aus purer Neugier heraus fragen was ich hier zu finden glaube kann ich ihnen darauf keine einfache Antwort geben. Sightseeing Fehlanzeige. Klima wie in einer Wäscherei, aber Menschen mit einer Gastfreundschaft die ihres Gleichen sucht. Wegen genau dieser durfte ich Weihnachten bei einer Familie mit deutschen Vorfahren und rudimentären Plattdeutschkenntnissen verbringen. Ein Erlebnis für sich. Wer nun an einen riesen Zufall glaubt der irrt sich. Paraguays Bevölkerung hat

zu ca. 7% deutsche Wurzeln. Grund hierfür sind die Mennoniten welche mitunter aus Ostfriesland hier her ins Exil kamen. Die Regierung wies ihnen Land zu, dem „Chaco“. Klingt komisch ich weiß…ist wie Nutella. Man kann sich über die Artikel streiten. Macht diese Region Paraguays aber nicht (über-)lebensfreundlicher. Temperaturen von bis zu 50°C und steppenähnliche Landschaften forderten den ersten Siedlern einiges ab. Dafür fanden sie Frieden und Anerkennung innerhalb der einhe

imischen Bevölkerung. Wer es wagt in dem Chaco zu ziehen, mag verrückt sein – so zumindest die landläufige Meinung – hat aber Respekt verdient. Mitunter deshalb sind Deutsche hier gleichauf mit Kühen in Indien. Gefühlt jede dritte Latina der ich auf der Straße begegne hat die Haare blond gefärbt und sich auf ihrem Facebook Profil mindestens einmal im hiesigen „Biergarten“ eingecheckt. Meine Herkunft bringt mir also einiges an Vorteilen im Alltag könnte man meinen… weit gefehlt. Es gibt den Spruch: „Wer nach Paraguay kommt weint zweimal, einmal bei der Ankunft und das zweite Mal bei der Abreise…“. Mir war hier auch schon oft genug echt zum Heulen. Mein Vorhaben hier ein (legales & funktionstüchtiges) Auto zu erwerben sorgte bei den meisten Menschen nur für Kopfschütteln. Getan habe ich es trotzdem, wenn auch mit der Hilfe einer deutschstämmigen Notarin. Die Formalitäten sind geklärt, die Papiere sauber aber deren Bearbeitung zieht sich

über den Jahreswechsel gefühlt ewig. Ein Mitarbeiter im Staatsdienst arbeitet hier im Schnitt am Tag nicht mehr als 4 Stunden, wenn man davon die Zeit abzieht die dieser mit „Tereré“ trinken beschäftigt ist bleibt für die Bearbeitung meiner Papiere einfach nicht mehr viel übrig!

Der Ausbau meines neuen Zuhauses geht dahingegen mit großen Schritten voran, doch dazu später mehr…

Aus dem Herzen Südamerikas

Patrick