„Down under“ mal anders…

Es ist Samstagnachmittag, eine weitere Nacht ist im Flieger draufgegangen. Miami war Mittel zum Zweck. Ein günstiges Routing der Lufthansa gepaart dem derzeitigen Wechselkurs und der Aussicht alte Bekannte wieder zu sehen waren ausschlaggebend für die Wahl dieses Zwischenstopps. Jedoch hat mir Miami – genauso wie die letzte Nacht – den Rest gegeben. 72h in einer Stadt die sowieso nie schläft und on top das Megaevent „Art Basel“. Abgefackelt genau vor der Balkontür, Tag und Nacht. Skurrile Charaktere hat der South Beach per se genug zu bieten. Wenn sich zu diesen aber noch ein paar Tausend abgedrehte und millionenschwere Kunstinteressierte gesellen, dann bricht schon Mal der Nahverkehr zusammen. An Bussen mangelte es nicht, nur an dem Platz für die Luxuskarossen dazwischen! Um dem wilden Treiben am und um den Strand zu entgehen habe Ich mich in die Malls der Vororte von Miami geflüchtet um dem Credo „Reisen mit leichtem Gepäck“ endgültig zu widersprechen. Mein Daypack der bereits bei der Abreise eher den Ausmaßen des Backpacks ähnelte hat nun mit diesem Nachwuchs gekriegt. Ich schleife nun drei (!) Taschen hinter mir her die zusammen gestern Abend bei American Airlines das Gewicht eines männlichen Durchschnittsdeutschen auf die Waage gebracht haben. Heute früh bei meiner Ankunft in Montevideo ahnte Ich trotz ziemlich vernebelter Birne so langsam welche Wegstrecke Ich im Laufe der letzten Woche zurückgelegt habe…11.400km Luftlinie. Oder wie ich es gestern gegenüber einer Zufallsbekanntschaft auf dem Weg zum Flughafen ausdrückte: „…body and mind travel faster than soul…“. Meine hängt nämlich noch irgendwo zwischen Weihnachtsmarkt und Rettungswache fest und freut sich noch über den letzten Schnee auf unbekannte Zeit… Die Flughafentüren öffnen sich lautlos und entlassen mich in eine noch ungewisse Zukunft.